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Zahlen, die sensibilisieren: Wie viel CO2 verbrauchen MICE-Events?

Was glauben Sie, wie viel CO2 eine klassische Tagung produziert? Und welche Elemente der Veranstaltung sind die Haupttreiber für Emissionen? Diesen Fragen ist Michael Kellner nachgegangen, Nachhaltigkeitsberater im Kassel Convention Bureau. Im Blogbeitrag zeigt er anhand von drei einfachen Beispielen, welche Veranstaltungsarten wie viel verbrauchen – und wo Sie effektiv CO2 sparen können! 

„Wer sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzen möchte, braucht ein Gefühl dafür, wie viele Emissionen entstehen“, meint Michael. „Es lohnt sich also, ein paar Zahlen im Hinterkopf zu haben. So können Sie schon bei der Planung für eine bessere CO2-Bilanz sorgen und wissen anschließend genau, wie viele Kilo Sie kompensieren können.“ Hilfreich sind hierbei CO2-Rechner, die man im Internet findet. Michael zeigt Ihnen abschließend drei Rechner, mit denen er selbst gern arbeitet.

Saubere Sache?
Der CO2-Fußabdruck von klassischen Veranstaltungen


Für einen besseren Überblick kommen nun drei Varianten von Veranstaltungen, die in unserer Branche üblich sind – ein eintägiges Seminar, eine zweitägige Tagung und eine Messe, die drei Tage dauert. Bitte beachten Sie dabei, dass es sich „nur“ um eine Schnellberechnung handelt und durchschnittliche Werte verwendet wurden.

Beispiel 1: Seminar

 

Zum Seminar reisen 50 Teilnehmende für einen Tag an. Ihre Anreise beträgt jeweils 100 Kilometer: Dafür nutzen fünf Prozent den ÖPNV, weitere fünf Prozent steigen ins Flugzeug, 20 Prozent fahren mit der Bahn und die meisten – 70 Prozent – nutzen den Pkw. Es gibt Catering, eine Übernachtung findet aber nicht statt.


Fazit: Das Seminar pustet 6,162 Tonnen CO2 in die Welt.

 

 

Beispiel 2: Tagung

Stellen Sie sich jetzt eine typische Tagung vor: Sie dauert zwei Tage und es nehmen deutlich mehr, nämlich 150 Menschen, teil. Sie legen jeweils 500 Kilometer zurück. Wieder sind fünf Prozent mit dem ÖPNV unterwegs, fünf Prozent fliegen, 20 Prozent nutzen die Bahn und die restlichen 70 Prozent steigen ins Auto. Auch hier ist für Catering gesorgt. Im Unterschied zum Seminar gibt es eine Übernachtung.

Fazit: Mit 44,190 Tonnen hat sich der Ausstoß erheblich gesteigert, was vor allem an der Zahl der Teilnehmenden liegt.


Beispiel 3: Messe

Unser letztes Beispiel ist eine Messe, die drei Tage dauert. Diesmal sind 300 Teilnehmende dabei, die wie bei der Tagung 500 Kilometer anreisen. Auch sie nutzen jeweils zu  fünf Prozent ÖPNV und Flugzeug, 20 Prozent nehmen die Bahnund 70 Prozent schnappen sich den Autoschlüssel. Es gibt Catering und die Teilnehmenden bleiben zwei Nächte.


Fazit: Die Messe schlägt mit 105,610 Tonnen CO2 zu Buche – auch hier ist die nochmals gesteigerte Teilnehmerzahl zu beachten.


„Diese Beispiele helfen, die Größenordnungen der CO2-Emissionen besser einzuordnen“, fasst Michael Kellner zusammen. „Besonders wenn es im zweiten Schritt darum geht, durch anschließende Maßnahmen die Veranstaltung etwas zu kompensieren.“ Um jetzt noch etwas tiefer einzusteigen, kommen wir zu den einzelnen Aspekten von Veranstaltungen: Was macht den Löwenanteil aus, wenn es um Emissionen geht? Und wie können Sie bereits bei der Planung gegensteuern?

1.     Catering: So schmeckt es der Umwelt!

Beim „klimafreundlichen“ Genuss geht der Renthof Kassel mit bestem Beispiel voran: Das historische Stadthotel mit exklusivem Restaurant hat 2021 seinen CO2-Verbrauch bis ins kleinste Detail erforscht. Dabei wurde natürlich auch die Küche auf den Kopf gestellt. „Wir haben festgestellt, dass tierische Produkte 64 Prozent der Emissionen im Bereich Lebensmittel verursachen – dabei machen sie nur etwa 17 Prozent der verzehrten Menge aus“, berichtet Jasmin Ohlendorf, Assistentin der Geschäftsführung. Ob Fleisch, Milchprodukte, Eier oder Fisch – um die CO2-Bilanz zu verbessern, setzt der Renthof deshalb konsequent auf die Zusammenarbeit mit Höfen aus der Region Kassel. 

Michael Kellner erklärt dazu: „Der Renthof Kassel zählt zu den Mitgliedern im Kassel Convention Network, unserem Netzwerk für die Kasseler MICE-Branche. Wir sind begeistert, wie tiefgründig sich der Renthof mit Nachhaltigkeit befasst. Es wurden Analysen beauftragt, Handlungsfelder erkannt und neue Wege gefunden – zum Beispiel im Hinblick auf saisonale und regionale Speisen.“

2.  Anreise: Nicht zu weit gehen!   

Dass die Anreise und Wahl der Verkehrsmittel unglaublich wichtig für den CO2-Wert sind, kann man nicht oft genug betonen. Für Kassel ein Heimspiel, denn die Tagungsdestination liegt mitten in Deutschland und ist super mit dem ICE zu erreichen. Speziell über die Anreise haben wir bereits ausführlich gebloggt – hier erfahren Sie alle wichtigen Infos.

3. Übernachtung

Übernachtungen sind ein wichtiger Faktor, der sich auf die Klimabilanz einer Veranstaltung auswirkt. Allerdings ist der CO2-Ausstoß sehr individuell – je nachdem, wie das Hotel ausgestattet ist und welche Vorkehrungen zum Thema Nachhaltigkeit getroffen wurden. Michael Kellner rät: „Oft lohnt es sich, direkt die Hotels zu kontaktieren oder einfach bei uns im Kassel Convention Bureau nachzufragen, welche Hotels klimaschonend agieren. Um es noch einfacher zu machen, können Hotelkontingente direkt über uns gebucht werden. So muss man sich um dieses Thema keine Gedanken machen.“

4. Veranstaltungsort: Locations für Green Meetings

Im Vergleich zu Faktoren wie beispielsweise Mobilität ist der Anteil des Veranstaltungsorts am Gesamtverbrauch geringer. Aber dennoch lässt sich durch gezielte Maßnahmen etwas bewegen – etwa durch cleveres Energiemanagement. Hotels und Locations, die bewusst auf nachhaltige Heiz- und Klimatechnik setzen, stellen wir Ihnen in einem weiteren Blog vor. 

Machen Sie die Rechnung mit uns!

Michael Kellner und seine Kollegin Michelle Spangenberg bleiben in Sachen Nachhaltigkeit gerne am Ball, denn das Thema ist unheimlich spannend und detailreich. Man fängt an, Gewohnheiten zu hinterfragen. Und kommt mit Leuten ins Gespräch, die genau das gleiche beschäftigt. Michelle und Michael sind in Kassels MICE-Branche exzellent vernetzt und haben als Nachhaltigkeitsberater immer ein offenes Ohr für Ihre Anliegen.

Hier kommen zum Abschluss die drei CO2-Rechner, die Michael am liebsten mit Daten füttert:

Dazu sagt er: „Man kann die Rechner parallel benutzen, weil sie unterschiedliche Annahmen treffen und daher andere Ergebnisse ermitteln. So kann man grob einschätzen, wie viele Treibhausgase durch die Veranstaltung entstehen – und sie im zweiten Schritt dann ein wenig ausgleichen.“ Übrigens: Möglichkeiten, um direkt in Kassel CO2 zu kompensieren, finden Sie schon bald in unserem Shop.


Haben Sie Fragen?

Ob Sie Fragen zur Tagungsdestination Kassel haben oder tatkräftige Unterstützung bei der Planung und Organisation Ihres Events brauchen: Ich stehe Ihnen gerne als persönliche Ansprech- und Sparringspartner zur Verfügung! Nehmen Sie Kontakt zu mir auf.

Michael Kellner
Kassel Convention Bureau

T +49 561 7077-215
michael.kellner@kassel-marketing.de